Wie lang ist mein Schulweg? Wie kommt die runde Erde auf ein Blatt Papier? Und was ist überhaupt GIS?

GIS Day 2013 an der Ketteler-Grundschule in Hamm

Jennifer Hörstel (3. Sem. BA Kartographie und Geomedien) präsentiert ihre praktischen Studienarbeiten

Diese Fragen waren die zentralen Themen des diesjährigen GIS Day, der in NRW mit der Unterstützung der Esri Niederlassung Münster an der Kettelerschule in Hamm stattfand. Im Mittelpunkt der ersten Aktivität in der Klasse 3d stand „Mein Schulweg“. Mit Wollfäden und Stecknadeln markierten die Kinder ihren mit dem Auto oder zu Fuß zurückgelegten Schulweg auf einem großen Luftbild. Erstaunlicherweise erkannten fast alle ihre Stadt und ihr Zuhause auf Anhieb und waren spätestens von da an höchst motiviert mitzuarbeiten. Obwohl der ein oder andere viel Geduld aufbringen musste, bis er oder sie seinen Schulweg suchen durfte, waren alle bei der Sache und unterstützten sich gegenseitig.

Anhand der Länge der Wollfäden konnten dann die jeweiligen Entfernungen miteinander verglichen werden. Natürlich geht das auch viel einfacher und genauer. Die realen Wege wurden schon im Vorfeld mit der Software ArcGIS berechnet und konnten nun mit den Wollstrecken verglichen werden. Doch auch hier stießen die Kinder schnell auf Ungereimtheiten und falsch berechnete Weglängen. ArcGIS kennt eben nicht die Geheimwege zur Schule und ist vielleicht doch nicht so „schlau“.

Im zweiten Teil beschäftigten sich die Schüler mit der Frage, wie die runde Kugel Erde auf eine flache Karte kommt. Glücklicherweise hat sich "Die Sendung mit der Maus" bereits mit diesem Problem befasst und eine tolle Sendung darüber aufgezeichnet, die auch für Grundschüler verständlich ist. Wann darf man im Unterricht schon einmal Fernsehen gucken? Na klar, beim GIS Day!

Den Weg vom Papier zur Erde erlebten die Schüler dann ganz praktisch: Sie bastelten ihren eigenen Globus – oder vielmehr versuchten sie es. Die Bastelvorlage auf Basis der Projektion von Herrn Fuller musste erst mühselig ausgeschnitten werden, was den ein oder anderen schon an den Rand seiner Möglichkeiten brachte. Danach musste das starre Papier gefaltet und schließlich richtig zusammengeklebt werden. Das Resultat dieser Arbeitsphase war allerdings nicht bei allen ein runder Globus. Aber auch eine Weltkugel mit Hörnern und viel, viel Tesafilm ist am Ende einer Präsentation würdig!

Nächstes Jahr muss Herr Giese wiederkommen („Nein Lucia, GIS gehört nicht Herrn GIeSe …“) und mehr über seine Arbeit bei Esri erzählen. Das stand zum Ende des Tages einstimmig fest.

Isabel Dartsch
Grundschullehrerin Klasse 3d
Kettelerschule in Hamm